Geschichte der USA: Die versteinerte Nation
Konservative „Originalisten“ halten strikt am Wortlaut der US-Verfassung von 1787 fest und zementieren so die Spaltung der Gesellschaft, erklären Jill Lepore und Hiram Kümper in ihren brillanten Analysen.
Konservative „Originalisten“ halten strikt am Wortlaut der US-Verfassung von 1787 fest und zementieren so die Spaltung der Gesellschaft, erklären Jill Lepore und Hiram Kümper in ihren brillanten Analysen.
Der christliche Nationalismus sei „eine der gefährlichsten Ideologien der Welt“, sagt der Theologe und Publizist Arnd Henze im Interview. Und die Maga-Bewegung um Donald Trump trage längst Züge einer Religion. Doch: „Die Fliehkräfte werden größer.“
Der Chinaforscher Andreas Fulda hat ein wissenschaftlich-literarisches Szenario entworfen, wie Peking 2027 nach Taiwan greifen könnte. Ein aufrüttelndes Buch – spätestens jetzt lässt sich die Gefahr nicht mehr leugnen.
Nicht nur im Stadion, auch im Regierungsamt möchte Viktor Orbán die Größe Ungarns wiederherstellen. Der Historiker Stefano Bottoni zeigt, wie der Ministerpräsident sich dabei immer weiter von Europas Ideen entfernte.
Der Journalist Evan Osnos begibt sich auf die Spuren der Superreichen und findet überall oligarchische Geldvermehrer, spätrömische Dekadenz und Luxus-Prepper. Das ist alles nicht neu, schärft aber die Sinne für derlei demokratiefeindliche Umtriebe.
Politische Stabilität in der Weimarer Republik? Ja, das gab es etwa im Mini-Freistaat Schaumburg-Lippe. Heiko Holste zeigt, wie pragmatische Sozialdemokraten über 14 Jahre hinweg die Demokratie gegen ihre Feinde verteidigten.
Das Münchner Abkommen von 1938 war nicht nur eine Niederlage für die Appeasement-Politik der Briten, zeigen Christian Goeschel und Daniel Hedinger. Auch andere Mächte zogen ihre Lehren aus dem faschistischen Spektakel – bis heute.
Helmuth James von Moltke entschied sich früh zum konsequenten Widerstand gegen das NS-Regime. Volker Ullrich zeichnet sein Leben und Wirken im „Kreisauer Kreis“ eindrucksvoll nach. Eine Biografie über moralische Größe unter ständiger Lebensgefahr.
In der KZ-Gedenkstätte Buchenwald wurde der antifaschistische Staatsmythos der DDR über Jahrzehnte gehegt und gepflegt. Noch heute glauben viele an kommunistische Helden. Die Schriftstellerin Ines Geipel zertrümmert diese gefühlte Wahrheit.
Zwei Lehrkräfte machen rechtsextreme Vorfälle an ihrer Brandenburger Schule öffentlich und werden daraufhin selbst bedroht. Warum sie ihren Brandbrief trotzdem nicht bereuen und wie Lehrer am besten auf Nazi-Parolen reagieren sollten.
Wenn Versöhnung nach 1945 in Gleichgültigkeit umschlägt – Klaus Kellmann zeichnet eine brillante Nachbarschaftsstudie zwischen Deutschland und Frankreich. Ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit, selbst wenn die Hauptthese des Historikers recht verwegen klingt.
Gavin Newsom, Gouverneur von Kalifornien, bringt sich in Position für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. In seiner Autobiografie bemüht er sich, wegzukommen vom Image des gelackten Politprofis mit gegeltem Haar.
In der Union nervt Roderich Kiesewetter nicht wenige. Nun hat der ehemalige Offizier die Sicherheitslage und den deutschen „Sofa-Pazifismus“ in einem Buch seziert. Er fordert die Ausrufung des Spannungsfalls und rät, mehr von Skandinavien zu lernen.
Eindrücklich beschreibt die US-Investigativjournalistin Mariah Blake den Kampf einer Kleinstadt gegen krebserregende PFAS-Chemikalien. Und sie zeigt: Nur mit Hartnäckigkeit lässt sich gegen Chemieriesen etwas erreichen.
Dass extrem rechte Diskurse in die Mitte der Gesellschaft drängen, ist keineswegs neu. Niklas Krawinkel erzählt von Erfolgen und Misserfolgen völkisch-radikaler Netzwerke in der jungen Bundesrepublik. Seine Erkenntnis: Staat und Zivilgesellschaft waren und sind nicht machtlos.
Der Politikwissenschaftler Volker Perthes betrachtet die viel beklagte Multipolarisierung der Welt als einen Prozess, der regional sehr unterschiedliche Auswirkungen hat und durchaus auch Chancen eröffnet. Dieser nüchterne Blick hilft mehr als die grassierende Daueraufregung.
Wie schaffte es Adolf Hitler, die NS-Diktatur zu etablieren? Der Soziologe M. Rainer Lepsius hat 1983 in einer Vorlesung Max Webers Theorie der charismatischen Herrschaft auf den Hitlerismus angewandt. Noch heute eine faszinierende Lektüre.
Der Ex-Verfassungsrichter Udo Di Fabio diagnostiziert eine „Verfeindlichung“ der Gesellschaft, an der auch die überzogene Selbstgewissheit der „linken Elite“ schuld sei. Sein Gegenrezept ist freilich bedenkenswert.
Die Journalistin Jana Hensel erklärt die Hinwendung vieler Ostdeutscher zu einer rechtsextremen Partei mit den sozialen Verwerfungen nach der Wiedervereinigung. Das giftige Erbe der SED blendet sie aus. Und verfälscht sogar Fakten.
Was denken NS-Opfer über die Entschädigungsleistungen aus Deutschland? Darüber war bisher wenig bekannt. Die Interviews zeigen: Vergebung ist möglich, aber dabei geht es um viel mehr als nur Geld.